Tagesanzeiger-News: Das schnelle Geld mit dem Altgold aus Schmuck

Italien befindet sich in einer starken Wirtschaftskrise. Als ein Land mit einer der höchsten Raten von privatem Goldbesitz, bringen nun viele Italiener ihren Schmuck zu – teilweise sehr dubiosen – Ankäufern. Der Tagesanzeiger berichtet:

Italiens Goldschmiede schlagen Alarm: In der Wirtschaftskrise tragen viele Italiener ihren Familienschmuck zu windigen Goldankäufern, die für das Edelmetall Bargeld auszahlen. Solche Ankaufsbuden schossen in den vergangenen Monaten im ganzen Land aus dem Boden.

Unter anderem sind sie auch auf dem berühmten Ponte Vecchio in Florenz zu finden, der bisher für seine traditionellen Juweliergeschäfte berühmt war. Auch die TV-Kanäle werden überschwemmt von Geld-für-Gold-Reklamespots. Die expandierende Branche ist kaum reglementiert, setzt Milliarden um und wird zur Hälfte von der Mafia kontrolliert.

Goldgrube Schweiz

Ein Grossteil des Goldes gelangt über die Alpen in die Schweiz – ob legal oder als Schmuggelware. Gold ist damit die italienische Exportware mit den höchsten Zuwachsraten.

Legal wurden im vergangenen Jahr 120 Tonnen italienischen Goldes in die Schweiz verkauft, verglichen mit 73 Tonnen im Jahr 2010 und 64 Tonnen im Jahr 2009 – Schmuggelware nicht mitgerechnet.

Die vom Zoll beschlagnahmten Goldmengen stiegen nach offiziellen Zahlen um 50 Prozent. Zuletzt wurden ein Mann und seine Tochter festgenommen, die 50 Kilogramm Gold im Wert von mehr als zwei Millionen Euro in nicht gestempelten Barren über die Grenze bringen wollten.

Gold für Waffen und Drogen

«Das ist eine boomende Branche für kriminelle Organisationen. Geschmuggeltes Gold überschwemmt die ganze Welt, vor allem Länder, in denen es gegen Waffen und Drogen getauscht wird», sagt Ranieri Razzante, Leiter der Anti-Geldwäscheorganisation AIRA.

Nach Angaben der italienischen Goldschmiedegilde ANOPO kommt «fast das ganze exportierte Gold von Händlern, die es gegen Geld tauschen». Mindestens 14 Milliarden Euro Umsatz machen die Goldankäufer nach Angaben von ANOPO, die gesetzliche Massnahmen gegen die Mafia-Unterwanderung der Branche fordert.

Auch Ivana Ciabatti, Beauftragte für Goldschmiede beim Arbeitgeberverband Confindustria, sagt, Italien sei «eine wahre Goldmine geworden». «Es ist unbedingt notwendig, gegen die kriminellen Elemente der Branche zu kämpfen», fordert sie.

Solche kleinen Läden gibt es in Italien immer mehr: Eine Gold-Wechselstube in Rom.

Goldschmuck aus Familienbesitz versilbern

Traditionell hat Italien eine der höchsten Raten von Goldschmuck in Privatbesitz. «Familien mit Liquiditätsproblemen können jetzt sehr einfach ihren alten Schmuck verkaufen, und der vergangene Sommer war ein Wendepunkt, als sich die Krise verstärkte», sagt die Analystin Alessandra Pilloni vom Londoner Online-Goldhändler Bullion Vault.

Dazu kommt der attraktive Goldpreis, der von 244 Euro für eine Unze Gold im Jahr 2002 explodierte auf mehr als 1300 Euro heute. Aufgrund einer Gesetzeslücke sind Goldhändler in Italien nicht mehrwertsteuerpflichtig. Ausserdem sind von den 28’000 Geschäften im Land nur ein paar hundert bei der italienischen Zentralbank registriert.

Illegale Giessereien in den Städten

Mindestens 50 Prozent der Läden, die Gold für Bares eintausc

hen, werden nach Angaben von AIRA-Chef Razzante von kriminellen Organisationen kontrolliert. «Sie benutzen Strohmänner, um keine Spuren zu hinterlassen und verfügen über illegale Giessereien in den Hinterhöfen von Städten wie Neapel», erklärt er.

Im März betonte Innenministerin Anna Maria Cancellieri, diese Branche habe einen «Schwarzmarkt geschaffen, der eine ständige Überwachung krimineller Kreise nötig macht, die mit Wucher, Hehlerei und Geldwäsche zu tun haben».

Die Abgeordnete Donella Mat

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Hier der ganze Artikel im Tagesanzeiger: http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Die-Italiener-pluendern-ihre-Schmuckkaestchen/story/17747350

Empfehlung für die Leser des Tagesanzeiger-Artikels:

Italien ist nicht weit von der Schweiz entfernt und Trends & Erfahrungen aus Italien können durchaus auf die Schweiz übertragen werden. Hier nun auch ein informatives Video zum Thema „Schmuck und Goldankauf“ aus Deutschland.

httpv://www.youtube.com/watch?v=RjExLd02ZxM

Es ist dem Leser des Tagesanzeiger also sehr empfohlen sich vor einem Goldverkauf gut zu informieren!  Ein topaktueller Artikel aus der NZZ ist hier zu finden.